Ötztaler Rad Marathon (Österreich)

30.08.2015

Der Ötztaler Rad Marathon in Österreich - Rennbericht von Tom Krämer

In diesem Jahr war ich als Helfer von Janine und Michael Meyer beim Ötztaler Rad Marathon unterwegs. Janine wollte aufs Treppchen fahren, die Vorgabe war eine Zeit unter 8:20 h. Vor dem Start war abzusehen, dass es sehr heiß werden würde. Dank der Connections der Meyers waren aber genug Verpflegungsstationen an der Strecke unterwegs.

 

Nach dem Start in Sölden mussten Michael und ich uns zu Janine nach vorne arbeiten, da sie als eine der Favoritinnen des Rennens im ersten Startblock stand. Im Anstieg zum Kühtai hatten wir sie endlich eingeholt und spannten uns vor sie. Mit durchschnittlich 290-300 Watt wurde ein gutes Tempo angeschlagen und die Zeit auf dem Gipfel war zufriedenstellend. Noch lief alles rund, allerdings stellte sich am Jaufenpass heraus, dass Janine nach eigenen Angaben nicht den besten Tag erwischt hatte. Sie litt hier schon sehr und wir mussten sie nach allen Kräften motivieren, mit Flüssigkeit versorgen und aus dem Wind nehmen. Noch lagen wir auf Kurs 8:30, wovon wir uns aber spätestens am Timmelsjoch verabschieden mussten... Hier wurde es für sie sehr hart, die Hitze und die Anstregungen der letzten Wochen und Monate forderten ihren Tribut.

 

Wir krochen den Berg hinauf und suchten Wasser für die Flaschen. Mittlerweile stand 35 Grad auf der Uhr. Für die Beiden war es das 10. Bergrennen in diesem Jahr, wovon Janine viele gewonnen hatte. Aber vielleicht war es das eine Rennen zuviel...

 

Ich selbst fühlte mich gut und bin dann wenigstens den 2. Teil des Timmelsjochs so gefahren, wie ich es als Einzelfahrer bestritten hätte, d.h. mit ca. 290 Watt im Schnitt. In 2:10 h hatte ich den Gipfel erreicht und wartete auf die Meyers. Gemeinsam sind wir dann ins Tal geschossen. Mehr als eine 8:37 h war dann nicht mehr drin. Janine kam immerhin noch auf einen respektablen 12. Platz bei den Damen.

Tom Krämer von der haberich cycling crew im Auftrag von Team Cycle Basar - Ötztaler Radmarathon Tom Krämer von der haberich cycling crew im Auftrag von Team Cycle Basar - Ötztaler Radmarathon

Gar nicht so schlecht für einen miesen Tag, wie ich finde. Wie allerdings die Siegerin eine 7:46 h fahren konnte, entzieht sich meiner Kenntnis. Selbst Manuel Kirfel ist im letzten Jahr bei perfekten Bedingungen über dieser Zeit geblieben und er ist als einer der besten Kletterer im German Cycling Cup-Zirkus bekannt.

 

Da bleibt nur eine Vermutung, die ich hier nicht aussprechen möchte. Auch hinter dem Sieger der Männer in 7:02 bleibt ein großes Fragezeichen, denn er kommt aus dem Lager des letztjährigen Siegers, der mittlerweile wegen Dopings gesperrt wurde.

 

Fazit

Der Ötztaler Rad Marathon ist gut dafür seine Leistungsgrenze auszutesten und seine Zeiten von Jahr zu Jahr zu verbessern. Nach vorne zur Spitze der Männer darf man dabei aber nicht schauen, insbesondere aufgrund des mittlweile grassierenden Mißbrauchs von Doping-Mitteln, welcher meiner Ansicht nach größer ist, als der der Profis...

 

Leider verhält sich die Ötztaler Organisation gar nicht so, wie man es nun erwarten dürfte, aber darüber könnt ihr in diversen Blogs nachlesen. Ötzi: Immer eine Reise wert!